Im Stress reagieren wir... - Beratung für Entspannung und Hochsensibilität

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Tanja Schmidt

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Im Stress reagieren wir...

Rund um die Entspannung > Wissenswertes zur Entspannung
Was macht Stress mit mir und meinem Körper?
 
In einer Stress-Situation gehen in unserem Körper viele Abläufe von statten. Die Reaktionen, die sich in uns abspielen, finden auf 4 Ebenen gleichzeitig statt und sind auch immer alle mit betroffen. Das führt dazu, dass sämtliche Kräfte mobilisiert werden, die uns zur Verfügung stehen. Oft beeinflussen sich diese 4 Ebenen sogar gegenseitig im Sinne eines Teufelskreises. Wir bemerken oder spüren die Belastung jedoch häufig nur auf der 3. oder 4. Ebene.

Die 1. Ebene ist die kognitive Ebene, also alles, was mit dem Denken zu tun hat, wie zum Beispiel die bewusste Wahrnehmung, unsere Gedanken oder die geistige Leistungsfähigkeit.

Dauerstress führt auf dieser Ebene zur Einengung von Wahrnehmung und Informationsaufnahme. Der ein oder andere kennt dies als Scheuklappeneffekt. Auch nehmen die Lern- und Gedächtnisleistungen messbar ab.

In Folge treten Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, angstbesetztes Denken mit stressverschärfenden Gedanken oder Tag- und Alpträume auf. Es kommt zu Leistungsstörungen, Denkblockaden und Gedankenleere. Der bereits genannte Scheuklappeneffekt führt zu einer Rigidität, das heißt, dass wir starr an früheren Einstellungen, Gewohnheiten oder Meinungen festhalten und wenig bis gar nicht nachgeben wollen oder können. Weiterhin kann es zur Realitätsflucht oder Wahrnehmungsverschiebungen kommen.

Auf der 2. Ebene, der emotionalen Ebene, geht es um all unsere Gefühle und Befindlichkeiten.

Es entstehen bei Dauerstress unterschiedliche Zustände mit Gefühlen, die letztlich den Grundmustern Aggression (bei Angriffstendenz) und Angst (bei Fluchttendenz) oder Hilflosigkeit entsprechen.

Damit einher gehen Symptome wie Aggressionsbereitschaft (Wut & Ärger), Gereiztheit, Angstgefühle oder Hilflosigkeit, die oft mit dem Gefühl der Lähmung auftritt. Wir werden unsicher, nervös und innerlich unruhig sowie unzufrieden und unausgeglichen. Gefühlsschwankungen, Depressionen, Apathie (also Teilnahmslosigkeit) oder Hypochondrie (eingebildete Krankheiten) sind genauso möglich wie Gefühle des „high Seins“ durch übermäßiges Tun im Stress, mit dem wir nicht aufhören können.

Die 3. Ebene ist die vegetativ-hormonelle Ebene und beinhaltet alle Funktionen des vegetativen Nervensystems und des Hormonhaushalts.

Im Falle von Dauerstress ist und bleibt der Sympathikus aktiv und setzt den Körper unter ständige Alarmbereitschaft. Der Parasympathikus hat wenig Chancen, seine Aufgaben zu erfüllen und der Körper mit seinen Systemen kommt immer schlechter zur Ruhe.

Mögliche Folgereaktionen können psychosomatische Beschwerden sein, also Beschwerden, die keine rein körperliche Ursache haben. Darunter fallen Herz-Kreislauf- und Atembeschwerden, Herzrasen oder -stolpern, erhöhter Blutdruck sowie Schwindelanfälle. Das Herzinfarktrisiko erhöht sich ebenfalls und Gastritis sowie Darm- und Magengeschwüre durch erhöhte Salzsäureproduktion des Magens können auftreten. Verdauungsbeschwerden, Schlafstörungen, chronische Müdigkeit, übermäßiges Schwitzen und eine Anfälligkeit für Infektionen sind ebenso Reaktionen wie die Veränderung des Cholesterinspiegels und Verschiebungen im Hormonhaushalt, die bei der Frau zu Zyklusstörungen und beim Mann zur Verminderung der Samenproduktion führen können.

Vielleicht ist klar, warum wir diese Ebene eher bemerken, als die beiden ersten – nicht immer werden von uns selbst die Beschwerden jedoch einem übermäßigen Stress zugeordnet.

Die 4. Ebene betrifft die muskuläre Ebene, unter der wir vor allem die Muskelanspannungen oder die Muskelentspannungen verstehen können.

Natürlich haben unsere Muskeln eine Grundspannung, die wir brauchen, um Stehen, Sitzen, Gehen und uns bewegen zu können. In stressigen Situationen spannen wir allerdings unsere Muskulatur mehr an, als wir das eigentlich müssten, somit verbraucht unser Körper übermäßig viel Energie und wir ermüden vorzeitig. Nicht selten kommt es beim Dauerstress zu chronischen Verspannungen ganzer Körperpartien, besonders beliebt sind hierbei der Schulter-Nacken-Bereich oder der Rücken.

Was passiert? Sind durch einseitige körperliche oder psychische Belastung unsere Muskeln ständig angespannt, werden die in ihnen liegenden Blutgefäße zusammengepresst und damit die Blutzufuhr gedrosselt. Das führt dazu, dass zu wenig Sauerstoff und Nährstoffe in die Muskeln gelangen und dadurch die Abfallprodukte Kohlensäure und Milchsäure nicht ausreichend abgeführt werden können. Diese Abfallstoffe erzeugen Schmerzen.

Im Laufe der Zeit verselbständigen sich diese Schmerzen, werden chronisch und brauchen keine Auslöser mehr. Auf diese Weise entsteht beispielsweise der Spannungskopfschmerz als Folge von Verspannungen der Nackenmuskulatur. Die Verspannungen selber nehmen wir selten rechtzeitig wahr – die chronischen Schmerzen dagegen sehr wohl.

Sind wir achtsam, können wir die Vorzeichen wahrnehmen, wie beispielsweise das Gefühl der allgemeinen Verspannung, Neigung zu Krämpfen, Muskelzittern oder Ticks. Eine leichte Ermüdbarkeit und die Unfähigkeit, sich zu entspannen zählen ebenso zu den Vorzeichen wie Rücken- oder Kopfschmerzen.

Eine zusätzliche Ebene ist die Verhaltensebene, die ebenfalls berücksichtigt werden sollte. Fällt uns auf, dass wir plötzlich mehr essen, mehr rauchen oder trinken, viel Kaffee trinken oder schneller Sprechen, sollten wir rechtzeitig einschreiten und den Stress reduzieren. Auch Hyperaktivität oder exzessive körperliche Betätigungen können Anzeichen für zu viel Stress sein.


Wie bereits erwähnt, sind immer alle Ebenen an der Stressreaktion beteiligt. Sind wir uns nicht bewusst, was gerade passiert, können sich die einzelnen Ebenen sogar verstärken.

Wenn wir Angst haben und dann den trockenen Mund oder das Herzrasen spüren, kann sich die Angst verstärken. Wird die Angst stärker, wirkt sich dies nicht selten so auf unsere Gedanken aus, dass sie eine negative Färbung bekommen und manchmal sogar in Katastrophenvorstellungen münden nach dem Motto „Ich halte das nicht mehr aus!“ oder „Wenn es so weitergeht, dann werde ich verrückt!“.

An diesem Punkt wird es kritisch – wir laufen nämlich Gefahr, in einen Aufschaukelungsprozess, einen Stresskreislauf, zu geraten. Er wird genährt von den negativen Gedanken, die wiederum Gefühle wie Angst, Wut oder Hilflosigkeit hervorrufen oder verstärken. Dies wiederum bestätigt die negativen Gedanken wieder. Gleichzeitig wirken sich die Gefühle in Verbindung mit den Gedanken negativ auf den Hormonhaushalt im Blut und langfristig auf die Funktionsfähigkeit unseres Immunsystems aus.

Dies ist ein Moment, in dem achtsames Wahrnehmen der gegenwärtigen Situation hilfreich und heilsam ist. Durch achtsames Beobachten unserer Reaktionen werden wir uns der Gedanken und Gefühle immer mehr bewusst. Dies hilft uns, uns nicht in ihnen zu verstricken, und so entziehen wir dem Aufschaukelungsprozess den Nährboden.

kognitive Ebene
= das Denken

emotionale Ebene
= die Gefühle

vegetativ-hormonelle Ebene
= vegetatives Nervensystem & Hormonhaushalt

muskuläre Ebene
= Muskelan- und -entspannung

Verhaltensebene
= unser Tun


Stresskreislauf
= die Ebenen verstärken sich gegenseitig


Wegweiserin
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